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Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre)

Dam Thuringia, Germany

Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre) – Ein verborgenes Ingenieursjuwel in ThĂŒringen

*Entdecken Sie die markante Betonwand‑Talsperre, die atemberaubende, alpenĂ€hnliche Landschaft und die stillen Quellen, die sie umgeben – mitten im Herzen von Deutschlands „GrĂŒnem Herz“. *


EinfĂŒhrung

Wenn Sie denken, die berĂŒhmtesten SehenswĂŒrdigkeiten Deutschlands seien Burgen, BiergĂ€rten und pulsierende StĂ€dte, liegen Sie falsch. Eingebettet in die bewaldeten HĂŒgel ThĂŒringens, nur eine kurze Fahrt von den historischen StĂ€dten Saalfeld und Oberweißbach entfernt, liegt das Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre) – eine massive Betonwand‑Talsperre, die still einen der grĂ¶ĂŸten Pumpspeicherkraftwerke Europas betreibt.

FĂŒr Reisende, die Industriegeschichte, unberĂŒhrte Natur und abseits der ausgetretenen Pfade gelegene Abenteuer lieben, bietet diese Talsperre ein einzigartiges Fotomotiv, einen Einblick in modernste erneuerbare Energie und leichten Zugang zu kristallklaren Quellen und malerischen Wanderwegen. In diesem Leitfaden fĂŒhren wir Sie durch alles, was Sie fĂŒr einen gelungenen Besuch der Goldisthal‑Vorsperre wissen mĂŒssen.


Über das Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre)

Was ist das?

Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre) ist die upstream‑„Vorspeicherseite“ des Goldisthal‑Pumpspeicherkraftwerks und befindet sich bei den Koordinaten 50.493449 N, 11.019709 E. Es handelt sich um eine Betonwand‑Talsperre aus Steinmaterial (im Deutschen oft GrĂ€ftiegelsperre genannt), die das Oberbecken fĂŒr den Wasser‑Pumpzyklus des Kraftwerks bildet. Steigt die Stromnachfrage, wird Wasser aus dem Oberbecken abgelassen, durchlĂ€uft Turbinen und erzeugt Strom fĂŒr das Netz. Sinkt die Nachfrage, wird ĂŒberschĂŒssiger Strom zum RĂŒckpumpen des Wassers in das Oberbecken genutzt und so Energie fĂŒr spĂ€ter gespeichert.

Kurze Geschichte

Das Goldisthal‑Pumpspeicherprojekt entstand in den 1970er‑Jahren im Rahmen der westdeutschen Strategie zur Netzstabilisierung. Der Bau der Vorsperre begann Ende der 1990er‑Jahre, und das gesamte Kraftwerk nahm 2009 den kommerziellen Betrieb auf. Damals wurde es mit einer installierten Gesamtleistung von 1.060 MW zur grĂ¶ĂŸten Pumpspeicherkraftanlage Europas.

Obwohl die Vorsperre selbst nicht fĂŒr FĂŒhrungen geöffnet ist, machen ihre massive Betonwand und das alpenĂ€hnliche Umfeld das Bauwerk zu einem markanten Wahrzeichen, das von ausgewiesenen Aussichtspunkten und Wanderwegen aus bewundert werden kann.

Warum es wichtig ist

  • RĂŒckgrat der erneuerbaren Energie – Pumpspeicher ist die effizienteste großtechnische Batteriespeicherlösung der Welt und unterstĂŒtzt Deutschland beim Erreichen seiner ambitionierten Klimaziele.
  • Ingenieurtechnisches Meisterwerk – Die Kombination aus robustem Steinmaterial‑Staudamm und eleganter Betonwand demonstriert modernen Dammbau.
  • Landschaftlicher Kontrast – Die klaren, geometrischen Linien der Talsperre stehen im reizvollen Gegensatz zu den sanften, bewaldeten HĂŒgeln ThĂŒringens und bieten unvergessliche Fotomöglichkeiten.

Anreise

Verkehrsmittel Details
Auto Die flexibelste Variante. Von Erfurt (≈ 80 km, 1 h 15 min) oder Saalfeld (≈ 25 km, 30 min) folgen Sie der B85 Richtung Goldisthal. Biegen Sie auf die Ortsstraße L 2363 ab; Schilder „Goldisthal – Pumpspeicherwerk“ leiten Sie zum Parkplatz beim Aussichtspunkt der Vorsperre.
Zug + Bus Nehmen Sie einen Regionalzug nach Saalfeld (Saale) Bahnhof. Dort steigen Sie in den Bus 622 (oder ein lokales Taxi) Richtung Goldisthal. Der Bus hĂ€lt im Ortskern, von dort fĂŒhrt ein kurzer 5‑minĂŒtiger Fußweg zum Aussichtspunkt.
Fahrrad Das Gebiet ist Teil des ThĂŒringer Wald‑Radwegenetzes. Eine gut ausgeschilderte Route von Saalfeld nach Goldisthal bietet sanfte Anstiege und idyllische Waldabschnitte – ideal fĂŒr abenteuerlustige Radfahrer.
Parken Ein kleiner, kostenloser Parkplatz befindet sich beim Besucher‑Aussichtspunkt. An belebten Sommerwochenenden sollten Sie frĂŒhzeitig ankommen, um einen Platz zu sichern.

Profi‑Tipp: Die Talsperre liegt in mĂ€ĂŸiger Höhe (genaue Angabe nicht veröffentlicht), doch das umliegende Waldgebiet kann morgens neblig sein. Packen Sie eine wasserdichte Jacke und feste Wanderschuhe ein.


Beste Reisezeit

Jahreszeit Was Sie erwartet Warum es ideal ist
FrĂŒhling (April‑Mai) Frisches GrĂŒn, blĂŒhende Wildblumen und geringere Besucherzahlen. Perfekt fĂŒr Fotografie – die Betonwand spiegelt das weiche Morgenlicht.
Sommer (Juni‑August) Warmes Wetter, lange Tage und komplett geöffnete Wanderwege. Ideal fĂŒr Tagestouren zu den Quellen und Picknicks am Obersee.
Herbst (September‑Oktober) Leuchtendes Orange‑Rot, klare Luft und spektakulĂ€re Spiegelungen im Wasser. Der Kontrast von Herbstfarben und grauer Talsperre erzeugt dramatische Bilder.
Winter (November‑MĂ€rz) Schneebedeckte Landschaft, gelegentlich Frost auf dem Beton, ruhige AtmosphĂ€re. FĂŒr Liebhaber stiller, verschneiter Szenerien – achten Sie auf vereiste Pfade.

Insgesamt bieten spĂ€ter FrĂŒhling bis frĂŒher Herbst die angenehmsten Bedingungen fĂŒr SpaziergĂ€nge und Erkundungen, wĂ€hrend frĂŒhe Morgenstunden (unabhĂ€ngig von der Saison) das beste Licht fĂŒr Fotografie und weniger Menschenmengen garantieren.


Was Sie erwartet

Der Aussichtspunkt

Am ausgewiesenen Aussichtspunkt (Parkplatz) eröffnet sich ein Panorama ĂŒber das Oberbecken hinter der Vorsperre. Die Betonwand ragt scharf aus dem Wasser, ihr geometrisches Muster steht im Kontrast zu den von Kiefern bewachsenen HĂŒgeln.

  • Fotospots: Auf der linken Seite des Parkplatzes, nahe dem GelĂ€nder, lĂ€sst sich das klassische „Talsperre‑und‑Berg“-Motiv einfangen. Ein kurzer, gut markierter Weg fĂŒhrt zu einer höheren Plattform, die einen Vogel‑s‑Augen‑Blick auf die Überlaufstelle bietet.
  • Klangkulisse: Das Gebiet ist ĂŒberraschend still; Sie hören das leise PlĂ€tschern des Wassers, entfernte Vogelrufe und gelegentlich das tiefe Summen der Turbinen, wenn das Kraftwerk Strom erzeugt.

Wandern & Trekking

Die Talsperre ist in ein Netz gekennzeichneter Wanderwege (farblich nach dem ThĂŒringer Wald‑System) eingebunden. Eine beliebte Runde ist der Goldisthal‑Loop (≈ 7 km), der vom Vorsperre‑Aussichtspunkt hinunter zum Unterbecken (Unterbecken), an einer Reihe natĂŒrlicher Quellen vorbei und wieder hinauf ĂŒber Waldpfade fĂŒhrt.

  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel – die meisten Abschnitte sind gut gepflegt, mit vereinzelten steilen Stellen an den Becken.
  • Dauer: 2–3 Stunden, je nach Fotostopps oder einer kleinen StĂ€rkung im Goldisthal CafĂ© (geöffnet Mai‑Oktober).

Tier- und Pflanzenwelt

Der umliegende Wald beherbergt Rotwild, Wildschwein und zahlreiche Singvögel. Im FrĂŒhling finden Sie Glockenblumen und Maiglöckchen entlang der schattigen BĂ€che. Achten Sie auf die seltenen Rotbuchen, die die höheren Wege sĂ€umen.


SehenswĂŒrdigkeiten in der NĂ€he

WĂ€hrend die Vorsperre das Highlight ist, gibt es mehrere Naturjuwelen, die Sie in kurzer Zeit zu Fuß oder mit dem Auto erreichen können. Klicken Sie auf die Links fĂŒr weitere Details:

Attraktion Entfernung Art Kurzinfo
Pumpspeicherwerk Goldisthal (Unterbecken) 2,3 km Talsperre Das Unterbecken des Pumpspeichersystems; bietet eine andere Perspektive des Kraftwerks.
Schröderquelle 2,5 km Quelle Eine klare Bergquelle, umgeben von moosigen Felsen – ideal fĂŒr eine kurze Naturlaufpause.
Saar (Quelle) 2,6 km Quelle Sprudelnde Quelle, die einen kleinen Bach speist – perfekt fĂŒr Vogelbeobachtungen.
Goldborn‑Quelle 2,8 km Quelle Bekannt fĂŒr kristallklares Wasser und ruhige Lage; ein Lieblingsspot lokaler Wanderer.
Goldisthal Dorf 0 km Ort Traditionelle thĂŒringische FachwerkhĂ€user, ein gemĂŒtliches CafĂ© und ein kleines Infoboard zum Pumpspeicherprojekt.

Alle Attraktionen sind ĂŒber markierte Waldwege oder kurze Fahrten auf Nebenstraßen erreichbar.


Reisetipps

  1. Betriebszeiten des Kraftwerks prĂŒfen – Die Vorsperre ist das ganze Jahr ĂŒber sichtbar, doch die Turbinen können in Niedriglastzeiten still sein. Wenn Sie das leise Summen hören möchten, planen Sie einen Wochentag im Winter, wenn das Netz stĂ€rker auf Pumpspeicher zurĂŒckgreift.
  2. Fernglas mitnehmen – Einen gelegentlichen Adler oder das entfernte Oberbecken vom Unterbecken‑Aussichtspunkt aus zu erspĂ€hen, ist ein Highlight fĂŒr Naturliebhaber.
  3. Online‑Karten offline speichern – Mobilfunk ist auf den Waldwegen oft schwach. Laden Sie Offline‑Karten (z. B. Komoot oder Google Maps offline) vorher herunter.
  4. Umweltschutz beachten – Das Gebiet ist ein geschĂŒtztes Wassercatchment. Bleiben Sie auf den Wegen, hinterlassen Sie keinen MĂŒll und betreten Sie die Becken nicht (sie gehören zum Kraftwerk).
  5. Proviant einplanen – Das CafĂ© schließt in der Nebensaison frĂŒh, und es gibt keine Automaten auf den Wegen. Ein Lunchpaket und eine wiederbefĂŒllbare Wasserflasche sind unverzichtbar.
  6. FotoausrĂŒstung – Ein Weitwinkelobjektiv fĂ€ngt die GrĂ¶ĂŸe der Talsperre ein, ein Teleobjektiv isoliert Details der Betonwand oder entfernte Tierwelt. Ein Polfilter reduziert Spiegelungen auf der WasseroberflĂ€che.
  7. Saisonale Kleidung – Im Winter gut isolierte, rutschfeste Stiefel; im Sommer Hut, Sonnencreme und Insektenschutz.

Fazit

Das Pumpspeicherwerk Goldisthal (Vorsperre) mag nicht die Bekanntheit einer mittelalterlichen Burg besitzen, doch es vereint industriellen Reiz, natĂŒrliche Schönheit und ökotouristische Werte zu einem Muss fĂŒr den modernen Reisenden. Ob Sie Fotografie‑Enthusiast, Energie‑Geek oder einfach ein Freund ruhiger WaldspaziergĂ€nge sind – die Talsperre und ihre Umgebung versprechen ein unvergessliches Erlebnis.

Packen Sie Ihre Wanderschuhe, laden Sie die Kamera und machen Sie sich auf den Weg ins verborgene Kraftwerk ThĂŒringens – die Vorsperre wartet!


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